Das Gassenweinfest in Merdingen ist ein Fest der Vereine. Geschmückte Lauben laden entlang der Stockbrunnengasse zum Verweilen ein. Dazu ein gutes Gläschen Merdinger Wein genießen, das hat schon was. Der Tuniberg ist für Merdingen eine gute Referenz, wie sich die Badische Weinprinzessin Kim-Lucy Rutz bei der Eröffnung des Festes in ihrer weinlastigen Rede ausdrückte. Zuvor erinnerte sie jedoch an das Herzbluten der Winzer, die wieder einmal viele Wetterkapriolen in ihren Rebhängen zu verkraften hatten und mit heftigen Ernteeinbußen zu rechnen haben. Ihr Weinspruch lautete dennoch vielversprechend: „Auf dem Fest wird kein Wein genossen, sondern es werden Geheimnisse gekostet.“

Zuvor sagte Bürgermeister Martin Rupp in seiner Amtskettentracht zu den vielen Besuchern, die sich bei der Eröffnung eingefunden hatten, dass in der Toskana der Region das mittlerweile vorhandene Mitelmeerklima auch Schattenseiten mit sich bringe und für schwierige Bedingungen für Winzer und Kellermeister sorge. Er erinnerte an die Werbung für das schöne Dorf Merdingen durch dieses Fest. Merdingen hat früher schon die Römer und Alamannen angezogen. Beim Gässlerundgang sei alles über Merdingen zu erfahren und der Wein könne per pedes über den Sonnendächern von Merdingen erkundet werden, dazu sei die Burgunderoase für alle Besucher empfehlenswert. Rupp dankte den vielen helfenden Händen und den Anliegern für ihr Verständnis und stieß mit der Weinprinzessin im großen Römerglas auf einen guten Festverlauf mit der vielfältigen Auswahl Merdinger Weine an. Das interessierte Publikum dankte den Rednern mit heftigen Beifallsbekundungen.

Text: Eberhard Kopp, Bilder: Elena Snopova