Am Volkstrauertag versammeln sich die christlichen Gemeinden zum Gedenken, um den Toten eine leise Stimme zu geben. An Mahnung und Demut erinnerte Altpfarrer Kurt Hanselmann aus Breisach von der evangelischen Kirchengemeinde in seiner würdigen Ansprache. „Das Volk hat es schwer mit diesem Gedenken, weil die Toten schweigen. Damit beginnt alles wieder von vorn“, sagte Hanselmann. Aber wollen uns die Toten doch etwas sagen? Schweigen wir, damit wir heute damit leben können? Deswegen mahnte Hanselmann, den Toten zumindest eine leise Stimme zu geben, um daraus Freiheit, Hoffnung und Mut zu schöpfen. Aber das Gewissen muss dazu ununterbrochen bemüht werden, um nicht noch einmal die Frage stellen zu müssen. Warum konnte das geschehen? Wegschauen, was viele auch heute noch tun, ist sicher nicht der richtige Pfad.

Die Veranstaltung wurde von einer Abteilung der Stadtmusik Breisach umrahmt, dazu sang der gemischte Chor „O du stille Zeit“ und „Wir sind nur Gast auf Erden“. Bürgermeister Oliver Rein lud dann zur stimmungsvollen Kranzniederlegung auf den Ehrenhain der Gefallenen auf dem Breisacher Friedhof. Bilder/Text: ek